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9. Mai 2018 | Pressemeldung des Kreisverbandes Koblenz von B'90/Die Grünen um Neubau der Pfaffendorfer Brücke

Verkehrswende in Koblenz wird um 75 Jahre verschoben

Die neue Pfaffendorfer Brücke wird mit einer Lebenserwartung von 75 Jahren geplant. Die jetzige Rheinquerung von 1953 gilt als wirtschaftlich nicht mehr sanierbar. Die Brücke wird nun abgerissen und durch einen vollständigen Neubau ersetzt. Nach den Vorstellungen der Koblenzer Stadtverwaltung soll dabei offensichtlich in Sachen Radverkehr für die nächsten 75 Jahre alles beim Alten bleiben. Das ist nicht im Sinne der Koblenzerinnen und Koblenzer. Wir werden das als Koblenzer GRÜNE nicht hinnehmen!

Änderungen plötzlich nicht mehr möglich

Der Stadtrat hatte im Februar einer sogenannten Vorplanung zugestimmt, bei der es nur einige grobe Entwurfspläne zu sehen gab. Jetzt erhielt die Stadtratsfraktion der GRÜNEN im Rahmen eines Antrags von der Stadtverwaltung die Antwort, dass nennenswerte Anpassungen an der Planung nicht mehr möglich sind.

Keine Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer

Die Koblenzer GRÜNEN hatten gefordert, die neue Brücke mit einem Radweg auszustatten, der baulich von Fußweg und Fahrbahn getrennt ist. Offensichtlich steht jedoch jetzt schon fest, dass es beim jetzigen Zustand bleiben soll. Hierbei dürfen Radfahrer den Fußweg lediglich mitbenutzen. Dies steht im Widerspruch zur offiziellen Pressemeldung der Stadt, der Neubau der Pfaffendorfer Brücke würde insbesondere den Fußgängern und Radfahrern zugute kommen. Tatsächlich verbreitert sich der gemeinsame Seitenweg auf beiden Seiten nach den jetzigen Planungen lediglich um ganze dreißig Zentimeter.

Verkehrsentwicklungsplan fordert bauliche Trennung

Die Pfaffendorfer Brücke verbindet zwei Fernradwege und ist neben dem schmalen Übergang auf der Horchheimer Bahnbrücke die einzige Verbindung für den Radverkehr zwischen den rechts- und linksrheinischen Stadtteilen. Die Forderung der GRÜNEN Fraktion nimmt Bezug auf den kürzlich vorgestellten Verkehrsentwicklungsplan 2030, in dem Verkehrsexperten Folgendes feststellen: “In vielen Straßenräumen existieren heute keine Radverkehrsanlagen – und falls doch, werden die Radfahrer oft noch konfliktreich mit Fußgängern im Seitenraum geführt.“ Das Konzept wurde mit viel Geld und in Zusammenarbeit mit Koblenzerinnen und Koblenzern erstellt. Die Forderungen der Experten und die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger werden nun bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ignoriert.

In der Koblenzer Verkehrspolitik ist es fünf nach zwölf

Dazu das Mitglied im Kreisvorstand der Koblenzer GRÜNEN Martin Schmidt: „Die völlig überholte Vorstellung von einer autogerechten Stadt wird an dieser Stelle für die nächsten 75 Jahre für viele Millionen Euro buchstäblich in Beton gegossen. Gut möglich, dass Koblenz durch diese Gedankenlosigkeit in zehn oder fünfzehn Jahren gezwungen sein wird, für zusätzliche Millionen neben den Neubau eine separate Brücke für den Radverkehr zu bauen. Das zeigt, dass in der Koblenzer Verwaltung verkehrspolitisch immer noch nichts verstanden wurde. Obwohl es in dieser Stadt verkehrspolitisch tatsächlich fünf nach zwölf und nicht mehr fünf vor zwölf ist.

Wahlkampfversprechen nichts wert

Der Vorstandssprecher der Koblenzer GRÜNEN Gregor Max Höblich ergänzt: Im Wahlkampf zur Oberbürgermeisterwahl wurde von allen Kandidaten, nicht zuletzt durch den damaligen und jetzigen Baudezernenten Bert Flöck, betont, dass ein Umdenken in der Koblenzer Verkehrspolitik, insbesondere im Radverkehr, dringend notwendig sei. Wenn diese Aussagen ernst gemeint waren, erwarten wir jetzt, dass solche Planungen auch entsprechend umgesetzt werden.

 

Die Petition

Nehmen Sie hier an der Online-Petition für eine bauliche Trennung der Rad- und Fußwege auf der neuen Pfaffendorfer Brücke teil. Wir nutzen dafür die Plattform WeAct.

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