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Die Argumente

Für einen getrennten Fuß- und Radweg sprechen eine Menge Argumente. Dazu gehört die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer und die zu erwartende steigende Zahl der Fußgänger und Radfahrern. Die Argumente der Stadt beziehen sich fast ausschließlich auf die Mehrkosten.

1. Die Brücke soll mindestens 75 Jahre stehen. Nachträgliche Änderungen sind später nur noch schwer möglich

Brückenbauwerke werden üblicherweise für eine Lebensdauer von mindestens 75 Jahren,  aber eher sogar für eine Standzeit von 100 Jahren, geplant. Das heißt, dass auch nachfolgende Generationen von Koblenzerinnen und Koblenzern die Brücke so benutzen werden wie sie heute konzipiert wird. Eventuelle spätere Umbauten oder Verbreiterungen sind nach der Fertigstellung extrem aufwändig und sehr teuer.

2. Koblenz will Fahrradstadt sein. Bei dem Neubau wird nichts besser.

Ganze 20 Zentimeter mehr werden den Fußgängern und Radfahrern zur Verfügung stehen als bei dem jetzigen Brückenbau von 1953.  Das  ist nicht viel wenn man bedenkt, dass sich die Stadt nach eigener Aussage anschickt Fahrradstadt zu werden. Alle Wahlkampfaussagen, zum Beispiel aus der Oberbürgermeisterwahl im letzten Jahr, werden damit zur Makulatur. Die neue Brücke wird zwar insgesamt drei Meter breiter, aber das wird fast ausschließlich den Autofahrern zugute kommen. Wenn es ans Eingemachte geht verfolgt die Stadt offensichtlich nach wie vor die Verkehrspolitik der fünfziger Jahre. So wird das nichts mit Fahrradstadt!

3. Ein gemeinsamer Weg gefährdet sowohl Fußgänger wie Radfahrer

Fahrräder und E-Bikes sind leise und schnell. Ein Fußgänger hört nicht wenn sich ein Radfahrer von hinten nähert. Ein unbedachter Schritt zur Seite und der Unfall ist vorprogrammiert.  Nach der Straßenverkehrsordnung sind Radfahrer dazu verpflichtet auf gemeinsamen Fuß- und Radwegen Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Das ist, insbesondere wegen der Länge der Brücke, naiv. Die gemeinsame Führung des Rad- und Fußverkehrs bedeutet, dass die Haftung im Falle eines Unfalls in der Regel bei dem Radfahrer liegt. Im Fall einer Kollision wälzt die Stadt das juristische Risiko auf die Radfahrer ab, weil sie sich nicht Lage sieht eine vernünftige und sichere Lösung für alle Verkehrsteilnehmer zu schaffen.

4. Die 4 Millionen Euro Mehrkosten sind lediglich 6 Prozent der Gesamtkosten

Die Stadt sagt, durch die notwendige Verbreiterung der Brücke für einen getrennten Fuß- und Radweg würden Mehrkosten von vier Millionen Euro entstehen. Vier Millionen Euro sind viel Geld. Setzt man diesen Betrag aber in Beziehung mit den erwarteten Gesamtkosten sieht die Sache schon ganz anders aus: Bei den kalkulierten Gesamtkosten des Neubaus von rund 58 Millionen Euro sind vier Millionen Euro lediglich sechs Prozent. Der Stadt sind also die Fußgänger und Radfahrer nicht einmal sechs Prozent wert.

5. Der Radverkehr in Koblenz soll sich in den nächsten Jahren verdoppeln

Im bereits beschlossenen Masterplan Verkehr und vor allen Dingen im Verkehrsentwicklungsplan 2030, der übrigens im Gegensatz zur Planung der Brücke in Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt wurde, ist vorgesehen den Anteil der Radfahrer am Koblenzer Verkehr mindestens zu verdoppeln. Die Stadt argumentiert, die Breite des den Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung stehenden Raums entspräche den gesetzlichen Vorgaben. Das stimmt tatsächlich nur so gerade. Würden in der Spitzenstunde lediglich zehn Radfahrer und Fußgänger mehr die Brücke überqueren, wäre die gemeinsame Führung des Rad- und Fußverkehrs nicht mehr zulässig. Sollte sich der Anteil der Radfahrer und Fußgänger tatsächlich in den nächsten Jahren verdoppeln, so wie es die Stadt selbst will, wäre die Breite weit unterhalb der gesetzlichen Vorgaben.

6. Es hat keine Mitsprache der Bürger gegeben und es wird keine Mitsprache der Bürger geben

Der Neubau der Pfaffendorfer Brücke wird eines der größten Bauprojekte sein die in Koblenz in den letzten Jahrzehnten realisiert wurden. Die Stadt ist dennoch nicht auf die Idee gekommen die Bürger in irgendeiner Form nach ihren Bedürfnissen zu fragen, geschweige denn an den Planungen zu beteiligen. Zwar hat der neue Oberbürgermeister eine Beteiligung angekündigt, dabei wird es sich aber einerseits lediglich um eine reine Informationsveranstaltung handeln und andererseits um die gesetzlich vorgeschriebene Offenlage der Baupläne. Das hat mit echter Beteiligung nichts zu tun! Zumal die Verwaltung selbst sagt, dass die Planungen bereits weitgehend abgeschlossen sind und größere Änderungen nicht mehr möglich sein.

7. Die touristischen Radrouten auf beiden Rheinseiten werden massiv ausgebaut

In Rheinland-Pfalz wurde das touristische Potenzial des Mittelrheintals erkannt. Die Radwege auf beiden Seiten des Rheins, sowohl im oberen wie auch im unteren Mittelrheintal, werden aktuell unter  erheblichen Aufwand mit Bundes- und Landesmitteln ausgebaut. Die Pfaffendorfer Brücke stellt dabei für Radtouristen, neben dem schmalen Fußweg auf der Horchheimer Eisenbahnbrücke, die einzige Verbindung zwischen der linken und rechten Rheinseite zwischen Bingen und Bonn dar. Es ist also damit zu rechnen, dass neben den Koblenzer Bürgerinnen und Bürgern die die Brücke mit dem Fahrrad oder zu Fuß nutzen, noch ein erheblicher Teil an Radtouristen hinzukommen wird.

8. Die Stadt beruft sich auf Beschlüsse von 2013. Seitdem hat sich viel getan

Die Verwaltung wurde im Jahr 2013  vom Stadtrat beauftragt den Neubau der Pfaffendorfer Brücke zu planen. In der Zwischenzeit wurde aber der Masterplan Koblenz sowie der Verkehrsentwicklungsplan 2030 entwickelt, in denen jeweils eine erhebliche Erhöhung des Fuß- und Radverkehrs vorgesehen ist. Außerdem hat das Mittelrheintal den Zuschlag für die Bundesgartenschau, die wahrscheinlich 2029 stattfinden wird, bekommen. Die Belastungen der Luftqualität in Koblenz haben in der Zwischenzeit mehrfach den gesetzlichen Höchstwert überschritten, so dass eine echte Verkehrswende in unserer Stadt allein schon im Interesse der Gesundheit der Koblenzerinnen und Koblenzer geboten ist. Außerdem hat der Anteil der wesentlich schnelleren E-Bikes und Pedelecs am Radverkehr deutlich zugenommen. Alle diese Entwicklungen hat die Stadtverwaltung bei der Planung der neuen Pfaffendorfer Brücke nicht berücksichtigt.

Die Petition

Nehmen Sie hier an der Online-Petition für eine bauliche Trennung der Rad- und Fußwege auf der neuen Pfaffendorfer Brücke teil. Wir nutzen dafür die Plattform WeAct.

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